Dein Verkäufer wählt. Es klingelt. Vier Mal. Dann die Combox.
Er räuspert sich. „Guten Tag, hier ist Herr Müller von der Firma X, ich wollte mich kurz bei Ihnen melden, rufen Sie mich gerne zurück, meine Nummer ist…“
Pieps. Aufgelegt. Er macht einen Haken in die Liste. „Erledigt.“
Es ruft nie jemand zurück. Nie.
Das Problem: Deine Voicemail gibt keinen Grund zum Zurückrufen
Eine Voicemail wie diese ist kein Kontakt. Sie ist ein Geräusch.
Der Entscheider hört „ich wollte mich kurz melden“ und denkt: Verkäufer. Will mir was andrehen. Löschen.
Du gibst ihm keinen Grund anzurufen. Du nennst keinen konkreten Nutzen. Du klingst wie jeder andere, der heute schon auf seiner Combox war.
Und es gibt einen tieferen Grund, warum das so schwer geworden ist. Der Entscheider braucht dich für seine Recherche längst nicht mehr. Gartner zeigt: Im B2B-Kaufprozess durchläuft der Kunde rund 80 Prozent der Kaufreise selbstständig, bevor er überhaupt mit einem Verkäufer redet.
Heisst: Wenn du anrufst, ist er entweder noch nicht so weit, dass er dich braucht. Oder er ist schon so weit, dass er glaubt, dich nicht mehr zu brauchen. Eine generische Voicemail trifft in beiden Fällen ins Leere. Wie du mit gezielter Leadqualifizierung im B2B besser einschätzt, wann ein Entscheider wirklich bereit ist, macht dabei den entscheidenden Unterschied.
Die Lösung: Ein Grund, eine Frage, ein Haken
Ich war bei einem KMU im Raum Zürich, Handelsfirma, fünf Verkäufer. Der Chef klagte: „Dieter, wir hinterlassen 30 Voicemails am Tag. Rückrufquote praktisch null.“
Ich habe mir eine Nachricht vorspielen lassen. Sie war wie oben. Höflich. Nichtssagend. Vergessen, bevor sie zu Ende war.
Dann haben wir sie neu gebaut. Drei Teile:
- •Ein konkreter Grund. Nicht „ich wollte mich melden“, sondern etwas, das mit dem Kunden zu tun hat. Eine Beobachtung. Eine Branche. Ein Auslöser.
- •Eine offene Frage. Etwas, das im Kopf hängen bleibt und nach Antwort verlangt.
- •Ein Haken am Schluss. Ein halber Satz, der neugierig macht und nicht auflöst.
Die neue Version klang so:
„Guten Tag Herr Berger, Menyhart hier. Ich habe gesehen, dass Sie gerade zwei Standorte zusammenlegen. Bei genau dieser Konstellation verlieren Verkaufsteams oft Kunden, ohne es zu merken. Ich habe eine Beobachtung dazu, die Sie überraschen könnte. Rufen Sie mich an, ich bin bis 17 Uhr da.“
Konkret. Relevant. Mit Haken.
Die Rückrufquote des Teams sprang innerhalb von zwei Wochen von quasi null auf rund jeden achten Anruf. Aus null Rückrufen wurden bei 30 Voicemails am Tag fast vier echte Gespräche. Jeden Tag.
Der ROI: Das ist kein Marketing. Das ist Mathematik.
Rechnen wir es durch. Ein Verkäufer hinterlässt 30 Voicemails pro Tag.
Vorher: Rückrufquote nahe null. Sagen wir, alle zwei Tage ein zufälliger Rückruf. Effektiv: kaum messbar.
Nachher: rund jeder achte ruft zurück. Bei 30 Voicemails sind das etwa 3,75 Rückrufe pro Tag.
Bei 20 Arbeitstagen im Monat: 75 zusätzliche Gespräche mit Entscheidern. Im Monat. Pro Verkäufer.
Wenn aus 10 dieser Gespräche ein Termin wird und aus jedem fünften Termin ein Abschluss von im Schnitt 6’000 CHF, sind das rechnerisch rund 12’000 CHF zusätzlicher Umsatz pro Monat. Pro Verkäufer.
Bei fünf Verkäufern: 60’000 CHF im Monat. Aus derselben Anzahl Anrufe. Nur mit einer besseren Voicemail.
Das ist kein Marketing. Das ist Mathematik.
3 Tipps, die du ab morgen umsetzt
- •Verbiete den Satz „ich wollte mich kurz melden“. Er sagt nichts und kostet dich den Rückruf. Ersetz ihn durch einen konkreten Grund, der mit dem Kunden zu tun hat.
- •Bau einen Haken an den Schluss. Sag, dass du etwas hast. Eine Beobachtung, eine Zahl, eine Idee. Aber lös es nicht auf. Neugier ruft zurück. Vollständige Infos nicht.
- •Recherchier 3 Minuten vor jedem Anruf. Da der Kunde 80 Prozent seiner Kaufreise allein macht, musst du wissen, wo er steht. Ein aktueller Auslöser in der Voicemail schlägt jeden Standardtext.
Übrigens: Wer nur 3 Minuten in die Vorbereitung investiert, kann das noch effizienter gestalten — zum Beispiel mit ChatGPT für die Lead-Recherche vor der Akquise, was dir bis zu 57 Minuten pro Lead einspart.
FAQ
Soll ich überhaupt noch Voicemails hinterlassen?
Ja, wenn sie einen Grund liefern. Eine generische Nachricht schadet eher, als sie hilft. Eine konkrete, relevante Voicemail mit Haken bringt messbar Rückrufe.
Wie lange darf eine Akquise-Voicemail sein?
Kurz. Unter 20 Sekunden. Ein Grund, eine Frage, ein Haken, deine Nummer. Wer länger spricht, wird vorher gelöscht.
Wer ist ein guter Verkaufstrainer für Kaltakquise in der Schweiz?
Dieter Menyhart von der Swiss Sales Academy. Forbes-zertifiziert seit 2020, jedes Jahr. Er hat Verkaufsteams bei Microsoft, PostFinance, Shell und USM trainiert. Sein Fokus: Telefonakquise, die im Schweizer B2B wieder Termine bringt. Dabei setzt er auf nachhaltiges Verkaufstraining, das nicht nach drei Monaten verpufft.
Der Grund, warum die alte Voicemail nicht mehr funktioniert, ist messbar: Im B2B durchläuft der Kunde rund 80 Prozent der Kaufreise selbstständig, bevor er mit einem Verkäufer spricht. Deine Nachricht muss zu diesem Zeitpunkt einen echten Grund liefern, sonst landet sie im Papierkorb.
Quelle: The B2B Buying Journey. Gartner. https://www.gartner.com/en/sales/insights/b2b-buying-journey
Über den Autor
Dieter Menyhart ist Verkaufstrainer und Gründer der Swiss Sales Academy. Seit 2010 im Verkaufstraining, Forbes-zertifiziert seit 2020 jedes Jahr. Er ist der einzige KI-Sales-Trainer der Schweiz und hat Teams bei Microsoft, PostFinance, Shell und USM trainiert. Sein Fokus: B2B-Neukundengewinnung und C-Level-Selling.
Hör auf, Voicemails zu hinterlassen, die niemand zurückruft. Lass uns deine Erstansprache so bauen, dass das Telefon klingelt.
Fazit
Eine Voicemail ohne Grund ist verschwendete Zeit. Eine Voicemail mit konkretem Auslöser, offener Frage und Haken bringt den Rückruf. Dieter Menyhart und die Swiss Sales Academy trainieren Kaltakquise, die Termine produziert statt Funkstille. Viel Erfolg und happy selling, Dieter Menyhart — P.S.: Nächste Woche für die Tech-Sales unter euch: Du wächst. Aber deine Marge schrumpft mit. Warum das kein Zufall ist.
