„Mein Verkäufer hat eine brillante Mail an einen Grosskunden geschickt. Dann fragt der Kunde: Ist das von ChatGPT?“
Ein Maschinenbau-CEO aus Winterthur erzählt mir das mit Unbehagen. Sein Team nutzt KI und liefert bessere Ergebnisse als je zuvor. Aber niemand redet darüber. Als wäre es ein schmutziges Geheimnis. In diesem Artikel bekommst du drei Prompts, die Transparenz zum Wettbewerbsvorteil machen statt zum Risiko.
Warum Unehrlichkeit das grösste KI-Risiko ist
Kunden sind nicht sauer, wenn du bessere Tools nutzt. Kunden sind sauer, wenn du unehrlich bist. Vertrauen ist im B2B-Verkauf die härteste Währung – einmal zerstört, lässt es sich nicht mit einem Rabatt reparieren. Der Winterthurer CEO hat es erlebt: Nicht die KI war das Problem – sondern das Ausweichen.
Prompt 1: KI-Nutzungsrichtlinien fürs Team
Keine PowerPoint, kein Compliance-Projekt. Drei Regeln auf einem Blatt, im Büro aufgehängt.
Erstelle KI-Nutzungsrichtlinien für unser Verkaufsteam.
Unser Team: [ANZAHL VERKÄUFER]
Unsere KI-Tools: [CHATGPT / CLAUDE / COPILOT]
Unsere Branche: [BRANCHE]
Typische Kunden: [KUNDENTYP]
3 Kernregeln:
Regel 1 – VERANTWORTUNG:
– KI schreibt, du verantwortest. Was rausgehen darf,
entscheidest du – nicht die KI.
– Checkliste: Was muss ich vor dem Senden prüfen?
Regel 2 – TRANSPARENZ:
– Wenn der Kunde fragt: Ja, wir nutzen KI. Punkt.
– Formulierung: Wie sage ich das professionell?
– Wann proaktiv erwähnen? Wann nur auf Nachfrage?
Regel 3 – GRENZEN:
– Was darf IN die KI? Was nicht? (Datenschutz)
– Persönlicher Kontakt bleibt persönlich
– KI für Effizienz, nicht für Empathie
Format: 1 Seite, ausdruckbar, fürs Büro.
Prompt 2: Antworten auf „Nutzt ihr KI?“
Die erste ehrliche Antwort fühlt sich komisch an. Dieser Prompt gibt deinem Team fertige Formulierungen für jede Situation.
Erstelle Antwort-Vorlagen für die Frage:
„Nutzt ihr KI für eure Angebote/Mails?“
Unsere Branche: [BRANCHE]
Typischer Fragesteller: [ENTSCHEIDER-TYP]
Erstelle Antworten für 5 Situationen:
- Kunde fragt beiläufig („Ist das von ChatGPT?“)
→ Kurze, souveräne Antwort (1–2 Sätze)
- Kunde fragt skeptisch („Das klingt zu perfekt“)
→ Ehrliche Antwort + Positionierung als Vorteil
- Kunde fragt besorgt („Wie ist das mit Datenschutz?“)
→ Sachliche Antwort zu Datenschutz-Richtlinien
- Kunde ist beeindruckt („Wie macht ihr das?“)
→ Positionierung als innovatives Unternehmen
- Kunde lehnt KI ab („Ich will keine KI-Texte“)
→ Respektvolle Antwort + Alternative anbieten
Jede Antwort: max. 3 Sätze, professionell, nicht defensiv.
→ Du willst KI-Ethik und Transparenz für dein ganzes Team strukturiert einführen? Im Workshop „KI im B2B-Sales“ trainieren wir genau das. Alle Infos und Termine.
www.swiss-sales-academy.com/unsere-angebote/das-ki-seminar-fuer-b2b-sales/
Prompt 3: Datenschutz-Checkliste
Was darf in die KI, was nicht? Klare Linie definieren – für jedes Team-Mitglied nachvollziehbar.
Erstelle eine Datenschutz-Checkliste für KI im Verkauf.
Unser CRM: [SYSTEM]
Unsere KI-Tools: [TOOLS]
Branche: [BRANCHE]
Was DARF in die KI:
– Öffentliche Firmeninfos (Website, LinkedIn, News)
– Allgemeine Brancheninfos
– Eigene Produktinfos und Preise
– Anonymisierte Kundendaten
Was NICHT in die KI darf:
– Kundennamen + vertrauliche Details (zusammen)
– Verträge, NDAs, interne Dokumente
– Finanzielle Details des Kunden
– Persönliche Daten (Privatnummern, Adressen)
Erstelle:
- Ampel-System (grün/gelb/rot) für typische Datentypen
- 5 Praxisbeispiele (Was darf ich, was nicht?)
- Eskalationsweg bei Unsicherheit
Format: 1 Seite, laminierbar, neben dem Bildschirm.
120’000 Franken – durch drei Sätze an der Wand
Zwei Monate später: Kundenabwanderung um 15% gesunken. Bei 80’000 Franken durchschnittlichem Kundenwert: 120’000 Franken, die der CEO nicht verloren hat. Dazu Weiterempfehlungen – die wertvollste Akquise, die es gibt. Die KI kostet 20 Franken pro Monat.
Warum die erste ehrliche Antwort holprig sein wird
Dein Verkäufer wird unsicher sein. Vielleicht stottert er. Vielleicht weicht er doch aus. Das ist normal. Nach zwei, drei Mal wird es Routine – wie jeder andere Einwand im Verkauf auch. Aber nichts tun und hoffen, dass es keiner merkt – das ist die schlechteste Strategie.
So setzt du das morgen früh um
- Schritt 1: Drei Regeln aufschreiben (Prompt 1). Ins Büro hängen.
- Schritt 2: Antwort-Vorlagen erstellen (Prompt 2). Im Team-Meeting besprechen (10 Min.).
- Schritt 3: Datenschutz-Checkliste laminieren (Prompt 3). Neben jeden Bildschirm.
- Schritt 4: Eine Woche testen. Freitag auswerten: Was lief gut? Was war unangenehm?
Wichtig: Wenn du in deinem Unternehmen ausschliesslich mit Microsoft Copilot arbeiten darfst, halte dich an die internen IT-Vorgaben. Sie dienen dem Datenschutz sowie dem Schutz vor Hacker-Angriffen.
Warum drei Regeln nur der Anfang sind
Was passiert, wenn dein Team KI nicht nur für Mails nutzt, sondern für Recherche, Einwandbehandlung, Angebote und Cold Calls? Jeder Use Case braucht eigene Regeln. Genau das trainieren wir.
Willst du das mit deinem Team umsetzen?
Für Teams bis 3 Personen empfehle ich dir den 1-tägigen Kurs „KI für B2B-Sales“. Alle Details und Daten hier:
KI-Seminar für B2B-Sales – Alle Infos und Termine
Ab 4 Personen empfehle ich dir ein firmeninternes, 2-tägiges Seminar vor Ort. Vereinbare hier einen Beratungs-Termin: Buchen Sie einen Termin mit Dieter Menyhart
Weiterlesen: Alle Blog-Artikel zu KI im Verkauf
Happy selling!
Dein Dieter Menyhart
Forbes-zertifizierter Verkaufstrainer | Swiss Sales Academy
dm@swiss-sales-academy.com | 078 600 60 11
Hinweis: Die kostenlosen Versionen von ChatGPT, Claude und Copilot funktionieren für die meisten Aufgaben. Die kostenpflichtigen Versionen (ca. 20 CHF/Monat) liefern in der Regel bessere Ergebnisse: weniger Fehler, besseres Gedächtnis, natürlicherer Stil.
